In meinem Post Grüne gegen das Verbot von “Killerspielen” habe ich über die Aktion 3-Tage-wach der Grünen berichtet. Hier noch ein paar weitere Aussagen von Team Grün auf Fragen bzgl. Ego-Shootern.

Julian fragte Team Grün:

Ich wollte Fragen, wie eure Position zu den sogenannten “Killerspielen” allgemein ist. Die Positionen, wie ich sie unter http://www.ka-news.de/nachrichten/karlsruhe/Karlsruhe-Killerspiele-Gruene;art6066,199419 folgen leider der gleichen platten “Argumentation” anderer Parteien. Äusserst merkwürdig ist vor allem folgendes Zitat: “Jeder kann sich diese Spiele heute zu Hause auf den Computer laden, ganz ohne dass die Öffentlichkeit etwas davon mit bekommt.” Deshalb halten die Grünen eine auf Dauer angelegte kritische öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema Killerspiele für notwendig.
Wieso soll dann eine öffentliche Veranstaltung verhindert werden: “Wenn es nach uns ginge, hätte Karlsruhe dem Intel Friday Night Game in der jetzt geplanten Form frühzeitig einen Riegel vorgeschoben”
Nur zur Info: Ich spiele überhaupt keine Computerspiele, aber mir geht die ganze Zensierei/Beschränkerei in letzter Zeit gehörig auf die Nerven. Ich würde mir ein mehr auf Freiheit und Bürgerrechte gerichtetes Profil der Grünen wünschen, da die FDP aufgrund Ihrer Wirtschafts und Umweltpolitik unwählbar ist.

Antwort von Team Grün:

Lieber Julian,
Da sind wir deiner Meinung. Zensur und Einschränkung der Freiheits- und Bürgerrechte gehen jetzt schon viel zu weit in vielen Bereichen. Was wir aber fordern: Eine öffentliche Debatte und vor allem auch eine Verbesserung der Mendienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen. Wer Egoshooter spielt, ist kein potentieller Attentäter. DIe Debatte wird bisher sehr populistisch und mit falschen Behauptungen geführt. Das wollen wir nicht. Vielmehr muss den tatsächlichen Ursachen solcher Gewalttaten auf den Grund gegangen werden. Nicht Spiele verboten werden. Vielleicht ein hilfreicher Link zum thema Znesur und Freihet:
http://www.gruene.de/einzelansicht/artikel/das-netz-waehlt-gruen.html?tx_ttnews[backPid]=236&cHash=57b8c51569
Dein team Grün.

Zockerweibchen fragte (05-06-09 15:42):

http://www.welt.de/politik/article3866764/Innenminister-beschliessen-Verbot-von-Killerspielen.html
das kann doch nicht wahr sein! die blutbaronin hatte noch nichtmal strom und hat trotzdem haufenweise läute abgeschlachtet.
wie wollt ihr euch da einmischen?

Antwort von Team Grün:

Hallo,
immer wenn Jugendliche furchtbare Gewalttaten begehen wird schon fast reflexartig nach irgendwelchen Verboten gerufen. Wir halten das nicht für sinnvoll. Die Ursachen von Gewalt sind vielfältig. Hier sind auch Eltern, Lehrer und alle an der Erziehung Beteiligten aufgefordert besser hinzusehen und den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen besser gerecht zu werden.

Für uns ist ganz klar: Gewaltverherrlichende Spiele lehnen wir ab, sie sind nicht geeignet als Freizeitprogramm für Kinder und Jugendliche. Das ist und bleibt grüne Position, die wir bei jeder Novelle des Jugendschutzes deutlich gemacht haben. Schon im Jahr 2003 hat Rot-Grün den Jugendmedienschutz in Deutschland grundlegend reformiert.

Wer jetzt aber nach pauschalen Verboten für bestimmte Computerspiele ruft, ignoriert die bestehenden Gesetze und will die Menschen in die Irre führen. Deutschland hat einen besonders verantwortungsvollen Jugendmedienschutz, der international vorbildlich ist. Gewaltverherrlichende Computerspiele können schon jetzt verboten werden und werden es auch. Denn auch für Computer- und Konsolenspiele gelten die Bestimmungen des Paragrafen 131 des Strafgesetzbuches. Danach sind Produktion und Vertrieb von Spielen verboten, die extrem gewaltverherrlichend, rassistisch oder anderweitig verfassungswidrig sind. Darüber hinaus können schwer jugendgefährdende Computerspiele indiziert werden, das heißt, sie dürfen nicht beworben und an Jugendliche verkauft werden. Die Bewertung der Spiele erfolgt durch die “regulierte Selbstregulierung”: Die Spieleindustrie überprüft zusammen mit dem Staat die Altersfreigabe ihrer Produkte. Dieses System gilt weltweit als eines der rigidesten.
Pauschale Verbote für Computerspiele sind in Zeiten des Internets schlichtweg unwirksam. Was in Deutschland verboten ist, lässt sich ohne weiteres über das Internet beschaffen. Wir wollen deshalb gute Spiele fördern, um das gewaltverherrlichende Zeug zu verdrängen. Und deshalb ist auch die konsequente Vermittlung von Medienkompetenz in allen Bildungsbereichen wichtiger denn je. Das gilt vor allem für Jugendliche und deren Eltern. Das ist effektiver als jedes Verbot.

Politik hat die Aufgabe die Lebensbedingungen der Menschen zu gestalten, da sehen wir die aktive Bekämpfung von Isolation und Perspektivlosigkeit von Jugendlichen als unsere vorrangige Aufgabe.
Beste Grüße vom Team Grün

Konze fragte (05-06-09 16:52)

Hallo zusammen,wie bei SPON zu lesen ist ( http://tinyurl.com/ptbkbs ) möchten die Innenminister der Länder ein rasches verbot der “Killerspiele”, wie stehen die Grünen zu diesem Beschluss?

Antwort von Team Grün:

Die Killerspiel-Forderung ist ein Beweis des Wegduckens und der Mutlosigkeit. Statt konsequent die Abrüstung der Privathaushalte voran zu bringen, verzettelt sich die Koalition mit der Strafbarkeit von Computerspielen. Auf der Strecke bleiben wirksame Maßnahmen für eine Verbesserung der Sicherheit der Menschen.Viele Grüße

Frage von Philipp (05-06-09 16:33)

Die Innenminister haben ja grad beschlossen “Killerspiele” zu verbieten.
Erstmal würde ich gern wissen was ihr zu Gewaltspielen sagt. Und bitte nicht nur so ne Antwort wie “Spiele sind nicht der Grund, Waffengesetz verschärfen blabla”, sondern vielleicht ein Argument?
Ich denke erstens, dass ein Verbot völlig sinnlos ist, weil ich z.B. weiß woher ich meine Spiele bekomme, wenn sie nicht mehr im Handel sind. Zweitens glaube ich, dass Aufklärung und bessere Kontrolle wesentlich besser geeignet sind. Minderjährige Testkäufer z.B.?
Im Zuge einer Aufklärung wären aber auch diverse ignorante und rückständige Politiker (“ja wie: auf den Link klicken?”) und Journalisten an der Reihe.
Die betitelung solcher Spiele als “Killerspiele” ist unterster BILD-Populismus und uralte Archiv-Bilder von uralten US-Versionen, also hier nicht käuflich, von Spielen zu verwenden, nur um etwas Blut zu zeigen, und Spielinhalte falsch darzustellen (GTA: “Bonuspunkte fürs Töten von alten Omas”) ist einfach unprofessionell.

Bitte bitte bitte sagt euren Spitzen, sie sollen sich darüber Gedanken machen.

MfG Philipp

Antwort von Team Grün:

Lieber Philipp, (und liebe Janine, lieebr Gerd-eure Fragen beantworte ich mal in einem)
Egoshooter, um mal die korrekte Bezeichnung zu verwenden, einfach zu verbieten, ist relativ sinnlos, wird Spieler nicht vom Spieler abhalten und Amokläufe nicht verhindern. Da sind wir deiner Meinung. Aufklärung, Medienkompetenz etc. sind da viel wichtiger. Was in vielen medien praktizeirt wird und von Politikern gesagt, ist meißt populisitisch und wenig fundiert. Der Verbotswahn wir dvon uns nicht unterstützt. Wir machen uns darüber Gedanken, versprochen.

Dein Team Grün

Also eine klare Aussage gegen weitere Verbote.

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