MonaMerkelDie Zeit  berichtet unter dem treffenden Titel “Ahnungslos im Netz” was der neuese Entwurf des Wahlprogramms der Union in Bezug auf das Internet beinhaltet (siehe auch Gulli). So soll beispielsweise das #zensursula Gesetz ausgeweitet werden oder die Verlagslobby soll gestärkt werden. Dem Fass den Boden schlägt aber folgendes aus:

“Wir möchten nach britischem und französischem Vorbild Rechtsverletzungen effektiv unterbinden, indem die Vermittler von Internetzugängen Rechtsverletzer verwarnen und nötigenfalls ihre Zugänge sperren”

Gemeint ist das 3-Strikes-Gesetz. Schön, dass die Union nun schon plant (nach französischem Vorbild) so ein Gesetz zu beschließen und dann vom Verfassungsgericht für verfassungswidrig erklären zu lassen. Den in Frankreich wurde das 3-Strikes-Gesetz vom französischen Parlament beschlossen und vom französischern Verfassungsgericht für nichtig erklärt (siehe z.B.: Gulli, Zeit).

Eigentlich muss man dieses Wahlprogramm als Wahlwerbung für andere Parteien verstehen. Wäre die Union nicht die Partei mit den meisten Stimmen, könnte man drüber Lachen. Wichtig ist deshalb, dass wir (die Internetuser) nun Wahlwerbung betreiben: Nicht CDU/CSU wählen.

(Merkel Bild ist vom Flickr-User f650biker)

Update 1:

Weitere Kommentar/Artikel ausserhalb meines Blogs zum Thema:

Update 2:

Die Union rudert nun zurück, wie die c’t hier berichtet. Im Entwurf wurde die konkrete Benennung von Zugangssperren aus dem Programm gestrichen, dafür heißt es nur noch:

Rechtsverletzungen werden wir effektiv unterbinden

Update 3:

Auch die TAZNetzpolitik und Gulli berichten über die Entschärfung des Entwurfs und die Stellungnahme von Martina Krogmann zum Thema 3-Strikes:

“Ich halte es für falsch und nicht machbar, im Internet unliebsame Inhalte durch Sperren oder das Kappen von Verbindungen zu unterdrücken.”

Irgendwie trau ich der Union aber nicht bei diesen Aussagen…. besonders wo nun die Aussagen “Rechtsverletzungen werden wir effektiv unterbinden” im Entwurf steht.

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